Monthly Archive for June, 2008

Geschäftsreisen….

Arbeiten in Japan heißt: totale Aufgabe des Privat-Lebens zugunsten der Firma.

Nun – zum Glück ist es bei mir nicht eben solch ein Arbeitsleben, aber es wurde kurzerhand entschieden, dass ich geschäftlich nach Osaka fahren sollte, um einen Messestand auf- und abzubauen, und dafür zu sorgen, dass unser Schätzchen nicht weiter beschädigt wird, als es der Zahn der Zeit sowieso machen würde… ;-)

Also hieß es Messe-Exponat, Werkzeug und Kleidung einpacken – und dann ging es auch schon los. Die Exponate wurden am Vortag abgeholt, und ich fuhr im Bus und Shinkansen hinterher.
(Ich bin zwar handlich – aber bevorzuge normale öffentliche Verkehrsmittel gegenüber großformatige Kartonage in welche ich locker reingepasst hätte – wenn es ironisch nach dem Logistik-Verantwortlichen gegangen wäre). Naja – dann hieß es aufbauen, einige Tage später Abbauen, und den ganzen Weg umgekehrt reisen….

Zwischenzeitlich war noch Zeit für einen kurzen Besuch meiner Tanten, einen nicht eigennütziger Ess-Abstecher ins Restaurant von meinem Cousin (ihr findet übrigens unseren ehemaligen Wohnzimmertisch in seiner Bar!!)  sowie ein zwei Photos von Osaka bei Nacht bevor es nach Haus ging…

Ansonsten gab es noch – zur Belohng zur gelungenen Messe ein: “Nomunication”
Ein Zauberwort zwischen Nomu – (be)-trinken und communication. Sprich: Communication based on liquids!
Und – dank des erhöhten Alkohlpegels war eine gewisse Ehrlichkeit auch gegenüber höher Graduierten erlaubt – Alkohol sei Dank! PROST!

Care-Paket

Es ist zwar schon ein Weilchen her – aber dennoch kein Grund darauf zu verzichten davon zu berichten.

Der Kaufmann hat mir wieder ein Care-Paket geschickt – und weil ich es mir wünschte, war ganz viel Brot drin! =) Denn, dass muss man wissen, Japan hat keinerlei Brotkultur. Es gibt Toastbrot, und Baguette das vor Backtriebmittel nur überquillt und eher mehr Luft als Baguette ist! -.-

Und diesmal war, ganz überraschend, ganz viel Lakritz drin!!
Die den Japaner aber wirklich nicht schmeckt, und sie denken, was für ungenießbares Zeug wir doch lecker finden =) Ich könnt mich dabei eigentlich nur von Lakritz ernähren =)
Aber naja, ich mag auch nicht alles was mir die Japaner unter die Nase halten (getrockneten Tintenfisch in slices, vergorene Sojabohnen mit hervoragender Duftnote und und und…)

Egal … seht selbst

und wie immer: danke thomy!

Health Check

Japaner sind unselbstständige Menschen – soviel steht fest. Und daran wird sich in so kurzer Zeit leider auch nicht ändern. Denn die Kultur ist einfach da, dass man alle Kleinigkeiten abklärt – bevor man sie überhaupt angeht.

Und so war es auch, dass wir vor unserem Health Check einen wundervollen Fragebogen ausfüllen durften.

Geburtsdatum und … Alter, Geschlecht, wie oft Sport die Woche, Raucher, falls ja wie viele Zigaretten pro Woche, hat man was Süßes gegessen etc. pp. Und da man ja nicht umsonst den Fragebogen ausgefüllt hatte, wurden die Daten noch einmal vor dem Test überprüft – sprich die ganzen Angaben waren eigentlich für die Katz…
Dann ging es auch schon los, wir, Andi, Claus Michael und ich waren als letzte Gruppe angetreten, die, die japanisch gar nicht oder in Grundzügen sprechen konnten.
Und so erklärte uns der Arzt oder Bedienstete die Abgabe einer Urinprobe mir erst auf japanisch, die ich dann dem Claus auf Deutsch übersetzte, und er nur sagte: hmmm okay. Und der Japaner fühlte sich wohl unverstanden und nahm kurzerhand einen Becher, stellte sich stramm hin, und hielt den Becher in den subordinären Bereich und grinste. Alle Frauen im Raum amüsierten sich und so hatte man schon einmal das Eis gebrochen…

Also ging es zur Urinprobe, dann zum Gewichts und Größencheck (ich bin 2 cm kleiner geworden und ein Kilogramm dicker – ich hätte mir nichts mehr wünschen können!!), dann zum Blutdruckmessen und dann runter zum Röntgen.
Wofür – das wusste keiner, konnte mir auch keiner wirklich erklären – das macht man halt…

Dann kam der unangenehmere aber lustigere Teil – Blutabnahme.
Die Frau fragte nun ob wir auf Alkohol auf der Haut vertragen können, uns Blutabnehmen Probleme macht und und und…

Claus wars krank wie immer und sprang wie gewohnt in die Bresche und meinte: Alles klar – rein mit der Nadel und  raus mit dem Blut. Michael war da entspannter – und ich dachte nur … naja gut, dann lassen wir uns mal das Blut rausholen. Das ich davon nicht begeistert bin / war – kann sich wohl jeder denken…Claus erkannte sofort den Spaß und lachte sich zu Tode und meinte Händchen halten zu müssen. Alle anwesenden Japaner dachten sich, die deutschen haben was falsches zum Frühstück gehabt aber hatten sonst ihren Spaß. Selbst die sonst steiffe Sekretärin lachte auch mal beherzt mit!
Andi beantwortete die Frage nach der Übelkeit beim Blutabnehmen nur mit einem überzeugten hai (ja) und sorgte so für weitere belustigte Gemüter. Der Riese und Hühne zierte sich beim Blutabnehmen, wurde aber dann schlussendlich genug vom Claus angestachelt, sodass er dann tapfer wie ein Hühne nun mal heroisch ist – über sich ergehen lies.

Ansonsten war das ganze dann eine spaßige Angelegenheit die auch bei den sonst steiffen Japanern für etwas Heiterkeit sorgte :-)

Hab leider keine Fotos – I’m sorry…aber ich denke – Japaner beim Urinabgeben sind auch nicht sonderlich unterhaltsam o.O

Macha-Ice

blog_matcha_ice2.jpg

Ja ja – die Japaner mal wieder!
Grüntee wohin das Auge reicht – und heute bei mir:

Macha-Ice (oder Matscha-Aissu wie es der Japaner Aussprechen würde)….

Es handelt sich dabei um eigentlich ganz normales Eis mit der Geschmacksrichtung:
Grüntee
Ihhhh mag da so manch europäischer Geschmack sagen – aber es schmeckt doch recht lecker nach grünem Tee. Etwas süß, etwas herb, bitter – wie grüner Tee halt schmeckt.
Nur muss man dazu sagen, dass das Eis, um dem japanischen Darm wohl zu schmeicheln (entschuldigung für die Direktheit) weniger Milch enthält als unser normales europäisches Eis – das ja fast nur vor Milch so platzt. Denn nicht jeder von uns quer-geschlitzten kann die Milch so einfach verdauen – ich gehör zu denen die es leider nicht können.

Ansonsten wird das hier ein kleiner Ausflug in die Welt der japanischen Lebensmittel – enjoy!

Sprite Zero!

Das Coke Zero nur erfunden wurde, damit man mehr männliche Käuferschichten erreicht – naja gut.

Aber was zur Hölle hat sich Coca-Cola dabei gedacht, Sprite Zero mit einem wundervollen Slogan zu produzieren der da lautet:

“Sexier than Water”

Worauf tippt ihr?!?

img_0598_0.jpg

Tokyo….

Vor nicht allzu langer Zeit, da hatten wir Besuch von einem Deutschen aus Singapur.

Ein ehemaliger Arbeitskollege ist nämlich nach Singapur gezogen und wohnt zusammen mit Tobi in einem Appartement…
In Singapur ist Appartement-Sharing wohl üblich, sodass sogar auf die Rücksicht auf die Wünsche der Bewohner genommen wird. Das heißt: man kann sich ein eigenes Bad anmieten oder es mit einer anderen Person teilen (jenachdem gibt es natürlich Variationen beim Mietpreis) aber der Swimmingpool gehört zu allen Mietverträgen dazu. (Die Person ist genauso wie ich Praktikant – wohlgemerkt!).

Naja – wie üblich ging es dann erst einmal zum Mount Fuji – der leider total wolkenverhangen in der “Gegend” stand und nur am Sockel sichtbar war
Also, wieder ins Auto und zurück nach Haus und dann zum Bahnhof um dann mit dem Bus nach Tokyo reinzufahren. Abends ging es dann ins weltberühmte Roppongi – der Partymeile schlechthin in Japan für einen Moment zu vergessen das man mittem auf dem Lande wohnt, wo die Ausgehmöglichkeiten doch begrenzt sind…Wie immer gab es in Roppongi die netten “Anwerber” die allmögliche Ausländer in ihre Clubs baten, sprüche wie “topless” oder ähnliches blieben natürlich nicht aus.

Dann ging es in mehrere Clubs und am End wusste man nicht mehr, wo man denn alles war….zu guter Letzt trafen wir auf dem Heimweg unseren Afrikaner in Japan der Deutsch sprach!! Er hatte wohl damals in der DDR eine Ausbildung zum Koch hinter sich gebracht – und wollte uns – wie verwunderlich in seinen Club locken..

Genug ist genug, denn am nächsten Tag hieß es einen Tag lang durch Tokyo zu marschieren….

Andi, Yoshie und Michael hatten genug von der Großstadt und so zogen Tobi und ich durch Tokyo…erst nach Shinjuku, dann nach Harajuku, Shibuya und dann wieder hoch.
Zwischen Shibuya und Shinjuku fanden wir noch ein riesiges Open-Air-Reggae-Festival….wo allerdings auch nette “Amateure” vorspielten und naja weniger gekonnt als mutig ihr Können darboten

Im angeschlossenen Yoyogi-Park ging es weiter, wo die Leute auf der Wiese saßen, sich betranken und ihren Gedanken freien Lauf liessen.
Das hieß dann: wild tanzende Menschen horden, jonglierende Männer in interessanter Kleidung, einen Mann in hautengen Kuh-Kostüm wüst irgendwelche Gedanken schreien oder einfach nur Menschen die wohl der Rockabilly Zeit verfallen waren und mitten auf der Straße tanzten.

Natürlich sah man auch Touris en Masse, die mal wieder alle Klischees erfüllten…Tokyo halt.